Post-Covid (k)ein Gottesurteil!

Aktualisiert: 22. Aug.

Als Osteopathin bin ich immer wieder überrascht, wie hilflos die Medizin gegenüber den Langzeitfolgen von Corona gegenüber steht. Die Betroffenen werden in Arztpraxen vorgestellt, es werden teure Untersuchungen wie MRTs durchgeführt aber handfeste therapierbare Befunde bleiben aus. Die Betroffenen schleppen sich Monate lang durchs Leben, können nicht arbeiten. Ganz, ganz langsam kommt es zu leichten Besserungen. - Persönlich wie auch volkswirtschaftlich eine Katastrophe!


Die Betroffenen fügen sich ihrem Schicksal. Oft hört man: Das ist jetzt eben so. Corona ist eine schlimme Infektion und man kann froh sein, dass man mit dem Leben davon gekommen ist.


Dem gegenüber mache ich die Erfahrung, dass Post-Covid-Symptome innerhalb von ein bis drei osteopathischen Behandlungen therapierbar sind. Warum funktioniert meine Behandlung? Ich habe da meine ganz persönliche Theorie, die ich hier kurz erläutern will:

Das Besondere an Corona ist, dass der Körper dem Virus mit einer ungewöhnlich heftigen Immunreaktion entgegentritt. Irgendwie scheint das Virus etwas zu haben, das im Körper alle Alarmglocken angehen. Wie in einem Krieg aktiviert der Körper sein gesamtes Immunpotential und bekämpft mit aller Macht und ohne Rücksicht auf Verluste das Virus. Ein starker Partner des Immunsystems im Kampf mit dem Virus ist das sympathische Nervensystem, das für Flucht und Kampf zuständig ist.


Gleich einer angegriffenen mittelalterlichen Stadt mit Stadtmauern, schließt es nun die Pforten des Körpers, um das im Rachen- und Nasenraum wütenden Virus einen Eintritt in den inneren Körper und Gehirn zu verwehren. Dies passiert über sympathisch steuerbare fasziale Strukturen, die sich unter anderen an Nerveneintrittspunkten ins Gehirn, oder auch im Bereich der Luftröhre befinden. Die Faszien ballen sich zusammen und umschließen Strukturen, um dem Virus das Eindringen zu verwehren. Wie in einer geschlossenen Stadt, werden leider damit auch die Informationswege geschlossen. Nerven, werden durch die Faszien so weit umschlossen, dass sie ihre Leitfähigkeit an der Oberfläche verlieren.


Nerven sind aber die Versorgungswege unseres Steuersystems. Werden diese unterbrochen, kommt die Information nicht mehr am Wirkungsort an:

  • Wird der Riechnerv abgedrückt, verliert man den Geruchssinn, wird der Geschmacksnerv gestört, schmeckt das Essen nach nichts.

  • Sind die sympathischen Nerven der Bronchien betroffen, die bei Belastung für eine verbesserte Luftzufuhr in die Lungen sorgen, kommt es schon bei geringer Anstrengung zu Atemproblemen. Durch den fehlenden Luftaustausch in der Lunge kommt es im Anschluss zu Sauerstoffknappheit in den Muskelzellen und damit zur vorschneller Muskelermüdung,

  • Ein abgepresster Nerv, der die Steuerinformationen zum Herzrhythmus transportiert, erzeugt Herzrhythmusstörungen.

  • Gelangt das Virus trotz aller Vorsorgemaßnahmen dennoch ins Gehirn, schließt das Nervensystem zum Schutz vor einem weiteren Vordringen des Virus die betroffenen Liquorräume. Jetzt werden die Abfallprodukte der betroffenen Nervenzellen nicht mehr ausreichend entsorgt. Die Nervenzellen schwimmen in ihrer eigenen Brache. Kein Wunder, dass sie nicht mehr adäquat arbeiten können. Es kommt zu Konzentrationsproblemen und geistigen Leistungseinbußen wie Wortfindungsstörungen und Gedächnisproblemen.


Diese Zusammenhänge findet man natürlich auch bei anderen Infektionen. So können auch andere Virusinfektionen im Akutstadium ähnliche Probleme erzeugen. Und immer schon gab es Personen, die lange gebraucht haben, um sich von der Infektion zu erholen.


Eine längere Genesung ist also "normal". Deshalb spricht man beim RKI erst über Long-Covid, wenn die Symptome drei Monate nach Infektion weiter anhalten. Warum kommt der Körper nicht zur Ruhe? Warum öffnet er nicht wieder seine Pforten? In meiner Welt liegt es am Sympathische Nervensystem. Es bekommt nicht mit, dass der Feind schon längst besiegt ist und hält die Pforten weiterhin verschlossen.


Da ist dann auch der Behandlungsansatz: Teile dem Sympathischen Nervensystem mit, dass das Kriegsende erreicht ist und lockere die etwas eingerosteten faszialen Strukturen, damit die Eintrittspforten wieder weit werden und die "richtigen" Informationen wieder am Wirkungsort ankommen.


Die Osteopathie hat für eben diesen Behandlungsansatz tolle Techniken im Werkzeugkasten.


Erklärt man einem Soldaten, dass das Kriegsende erreicht ist, wird er sofort aufhören, den Feind zu bekämpfen. Entsprechend reagieren auch das sympathische Nervensystem und die Faszien auf die osteopathische Behandlung: Die Faszien lösen ihre Verspannung und das sympathische Nervensystem wird sich zurückziehen. Im Körper entsteht fast augenblicklich eine Entspannung. Man kann endlich wieder frei durchatmen und seine gewohnte Leistung bringen, Die plötzliche Wiederherstellung von Geruch und Geschmack gleicht einem Wunder. Der Liquor beginnt den Abtransport der Brache. Jetzt können die Selbstheilungskräfte des Körpers wieder wirken, so dass die anfängliche plötzliche Verbesserung in den Tagen nach der Therapie weiter zunimmt, bis der Körper seine volle Leistungsfähigkeit wieder erreicht hat.


Es ist so einfach!


Schade! Das Wissen ist da - aber nicht allgemein bekannt und die Osteopathie, die hier einen so wichtigen Beitrag leisten könnte, findet keine Anerkennung in der klassischen Medizin.



Birgit Roppelt

Heilpraktikerin und Osteopathin aus Kolbermoor bei Rosenheim


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